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Vier Millionen Amokläufer?

Am 22. Juli erschütterte München der Amoklauf eines 18-Jährigen, der neun Menschen mit sich in den Tod riss und viele weitere verletzte. Was waren die Motive? Sind wir noch sicher? Hätte man es verhindern können? Schnell wurde von einer depressiven Erkrankung des Täters gesprochen. Doch hier gilt es vorsichtig zu sein.

Solch ein Ereignis ist schwer zu verstehen und noch schwerer zu akzeptieren. Auf der Suche nach Erklärungen führen Unverständnis, Unwissenheit und Fehlinformationen oft zu aggressiven Stimmungen in der Bevölkerung.

Der Täter von München sei depressiv gewesen. Manche Berichte sehen hierin die Tatursache. Aber ein depressiv Erkrankter ist kein Amokläufer. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Prof. Dr. Ulrich Hegerl, erklärte in einer Stellungnahme: „Depressiv erkrankte Menschen geben immer sich selbst die Schuld, nicht anderen und würden deshalb nie auf den Gedanken kommen, fremde Menschen in einem Amoklauf zu töten.“ In Deutschland leiden laut der Stiftung etwa vier Millionen Personen an einer depressiven Erkrankung, 15% der schwer depressiven Patienten begehen Suizid. Hoffnungslosigkeit und Leidensdruck führen teils zu Gewalt gegen sich selbst, nicht aber gegen andere. Eine Stigmatisierung psychisch kranker Menschen in der Gesellschaft wäre eine schlimme Folge eines bereits schlimmen Geschehnisses. Eine Person darf aufgrund ihrer Erkrankung nicht ausgegrenzt, der Weg in eine Therapie nicht noch schwerer gemacht werden. Die positive Entwicklung der letzten Jahre, hin zu einem offeneren Umgang mit dem Thema Depression, schwebt in Gefahr. Und hier können und sollten auch Stiftungen mit ihrer Arbeit ansetzen: Die Gesellschaft muss über Krankheitsbilder aufgeklärt und über korrekte Zusammenhänge informiert werden.

Zwei Tage nach dem Attentat von München, am 24. Juli, sprengte sich ein 27-jähriger Syrer am Eingang des "Open Ansbach"-Festivals in die Luft und verletzte zwölf Menschen. Wieder ein schlimmes Ereignis, wieder die Frage nach dem Warum. Der Täter war ein Flüchtling. Aber auch hier wäre es ein Fehler, die gefährliche und nicht zuletzt falsche Schlussfolgerung zu ziehen, Flüchtlinge seien eine Gefahr für uns.

Es gilt die wahren Ursachen für solche Tragödien zu bekämpfen. Psychisch Erkrankte brauchen frühzeitig Anlaufstellen und Betreuung. Sie dürfen nicht alleine gelassen werden mit ihrem Leid. Neuangekommene müssen die Möglichkeit haben, sich wirklich zu integrieren. Gewalt und Waffen dürfen nicht verherrlicht werden. Und unsere Gesellschaft muss jeder Person Chancen für eine gute Zukunft bieten.

Gerade durch ihren langfristigen Ansatz können Stiftungen in all diesen Bereichen effektiv wirken. Und auch jeder einzelne von uns sollte seinen Teil dazu beitragen, dass Angst und Hass keine Chance haben, stark zu werden. Damit Vorfälle wie die von vor gut einer Woche sich nicht wiederholen. Damit diese Menschen, die viel zu früh aus dem Leben gerissen wurden, nicht vollkommen umsonst sterben mussten. Damit Toleranz, Gerechtigkeit und Inklusion das Bild unseres Landes prägen. 

In Trauer und Gedenken an die Opfer des Attentates vom 22. Juli in München und vom 24. Juli in Ansbach sowie ihre Angehörigen und Freunde.

Ihre


Martina Benz, Redakteurin
benz@die-stiftung.de
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